Weiden

Mit Polizei-Eskorte zum Tierfriedhof

Förderverein besucht Bayreuth und Nürnberg

 

Weiden. (hcz) Das Internet nannte für den Tierfriedhof Bayreuth eine Adresse in der Innenstadt. Dort angelangt, waren Josef Gebhardt und seine Freunde vom Tierfriedhof-Förderverein ratlos. Hier war nur das Büro. Rettung brachte eine Polizeistreife. Die Beamten erkannten Waldemar Reil sofort: "Sie sind doch der bekannte Schiedsrichter!" - und eskortierten die Weidener Gruppe zum gut fünf Kilometer entfernten Bayreuther Tierfriedhof.

Auf dem Tierfriedhof in Bayreuth: Die Weidener Gruppe mit dem Geschäftsführer, Totengräber und Friedhofsverwalter Michael Zartner (Zweiter von rechts), neben Fördervereinsvorsitzendem Josef Gebhardt. Bild: hcz

Sieben Mitglieder des Fördervereins, der in der Max-Reger-Stadt eine ähnliche Einrichtung schaffen will, besichtigten vor kurzem die Tierfriedhöfe in Bayreuth und Nürnberg. In Bayreuth liegt der Tierfriedhof in einem "Friedwald"-ähnlichem, 10 000 Quadratmeter großen Gelände. Betreut werden die Gräber von Michael Zartner der als "ehrenamtlicher Geschäftsführer, Totengräber und Friedhofsgärtner" gleichzeitig wirkt, wie er sagt. Einige sind von Efeu bedeckt, einige mit Moos bewachsen, mit groben Steinen umrandet oder auch gänzlich uneingefasst. Zartner holt die verstorbenen Tiere von Zuhause oder vom Tierarzt ab und beerdigt sie sofort oder am nächsten Tag im Beisein der Besitzer. "70 Prozent", sagt Zartner, "wollen dabei sein".

Parkähnlich angelegt

Ganz anders der Tierfriedhof Nürnberg: Parkähnlich angelegt, mit Sitzinseln in den einzelnen Abteilungen. Top gepflegt von einer gelernten und fest angestellten Friedhofsgärtnerin. Hier ruhen die Hunde Charly, Micky, Aika, Rufus und Rex, aber auch die Katzen Kleinerle, Katerle, Miezi und Maunzi in exklusivem Ambiente. Auch Vögel - mal ein 60-jähriger Papagei, mal ein Wellensittich -, Schildkröten, ein Frettchen und sogar eine Eidechse wurden hier schon beerdigt, berichtet die Chefin Martina Breul. Sie selbst buddelt die Gräber aus. Im Winter muss gepickelt werden. Knapp hundert Beerdigungen hat sie pro Jahr. 600 Gräber gibt es bereits. Nicht gerade billig ist es, seinem tierischen Freund eine würdige letzte Ruhestätte zukommen zu lassen. Während in Bayreuth für fünf Jahre inklusive Abholung und Bestattung zwischen 220 und 450 Euro - je nach Größe des Tieres - anfallen, muss man in Nürnberg schon fast das Doppelte rechnen. Die Tiere werden, gemäß Vorschrift, in Baumwolltüchern oder - in Nürnberg - in Pappsärgen beerdigt. Auf beiden Friedhöfen besteht die Vorschrift, dass religiöse Symbole nicht aufgestellt werden dürfen. Engelchen, Tierfiguren, Blumen und Namenstafeln dagegen zieren auf beiden Friedhöfen die Grabstätten und zeugen von der Liebe der Menschen zu ihrem treuen Gefährten, dem schnurrenden Liebling oder dem viele Jahre lang trällernden Vögelchen. Bei ihrer Besichtigungstour fanden Josef Gebhardt, Gertrud Ahne, Britt Kossack, Christine Schmidt, Waldemar Reil, Angela Hartung und Bernhard Czichon vom Förderverein Tierfriedhof allerlei Bemerkenswertes in Nürnberg und Bayreuth. Idyllische Sitzgruppen, auf denen ältere Menschen saßen und ihren verstorbenen Liebling betrauerten. Selbst Gräber, in denen vor Jahren gestorbene Tiere ruhen, werden noch täglich mit frischen Blumen geschmückt. Die Weidener entdeckten auch fast lustig anmutende Grabinschriften und naturnah gestaltete Grabstätten.

Quelle: www.oberpfalznetz.de/onetz/2487245-118-mit_polizei_eskorte__zum_tierfriedhof,1,0.html

zur Galerie des Tierfriedhofes Weiden: www.tierfriedhof-weiden.de/gallery.html